Chronik

Beinahe 90 Jahre ist er alt – der Gartenbauverein Langenstadt/Buch am Sand. Und im Gründungsjahr 1929 war die Motivation, sich in einem solchen Verein zusammen zu schließen ein gänzlich anderer als heutzutage.

Schaut man in die alten Rechnungsunterlagen und Protokollbücher, so ging es von den Anfangsjahren bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts ums Anschaffen von Obstbaumspritzen, von Spritzmitteln und von Obstbäumen. Finanzielle Probleme tauchten auf, wenn es um eine Reparatur der Obstbaumspritze ging. Heute machen Anschaffungen von Rasenmähern und anderem Pflegegerät sowie Blumen und Pflanzen den größten Teil des Haushalts aus.

Dieser Wandel vollzog sich Ende der Sechziger Jahre, als sich Konrad und Michael Hofmann ein schöneres Dorf zum Ziel setzten und den größten Teil der Ortsbewohner als tatkräftige Helfer um sich scharten. An Wochenenden kratzten, hackten, buddelten, pflanzten, mähten, rechten und kultivierten oft dreißig, vierzig freiwillige Helferinnen und Helfer bei Arbeitseinsätzen. Das Ortsbild passte sich immer mehr der schönen, neu ausgebauten Dorfstraße an. Alte Gartenzäune verschwanden, schmucke Vorgärten entstanden. Und die Fenster quollen über vor üppigem Blumenschmuck. Bald entstand in bewundernswerter Eigenleistung auch ein Kinderspielplatz, der von den Vereinen oft auch als Festplatz genutzt wurde. Die Mühen des Langenstädter Gartenbauvereins blieben auch nicht unbelohnt. Im Kreiswettbewerb „Das schönere Dorf“ gelang bereits im Jahre 1972 ein zweiter Platz und schon ein Jahr später sogar der Sieg auf Kreisebene. Genau zehn Jahre später, 1983, wurde dieser großartige Erfolg nochmal wiederholt. 2004 und 2007 als der Wettbewerb längst „Unser Dorf hat Zukunft, Unser Dorf soll schöner werden“ hieß, konnte Langenstadt jeweils mit einer Silbermedaille auf Landesebene aufwarten und darüber hinaus noch einen Preis des Bezirksverbands für die intakte Dorfökologie entgegen nehmen.

Im Zuge der letzten Teilnahme am Dorfwettbewerb entstand 2003/2004 im ehemaligen Pfarrgarten an der Mauer der alten „Wehrkirche“ ein historischer Kräutergarten. Die gesamte Dorfgemeinschaft und die Gemeinde Neudrossenfeld schufen zusammen mit dem Gartenbauverein die Nachbildung eines mittelalterlichen Klostergartens mit Gemüse- und Küchenkräuteranteil, einem nach Krankheitsbildern gegliederten Heilpflanzengarten und einem kleinen Obstgarten. Inzwischen ist der Garten weithin bekannt. Nicht zuletzt durch zwei sehr gut besuchte „Oberfränkische Kräutertage“, die unter der Schirmherrschaft des Regierungspräsidenten in Langenstadt veranstaltet wurden. Der Kräutergarten ist während der letzten Jahre zur zentralen Aufgabe des Langenstädter Gartenbauvereins geworden. Der ganzjährig geöffnete Garten bedarf der ständigen Pflege, die angebotenen Führungen werden regelmäßig gebucht und bei jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen, wie der Bräuwerck-Weihnacht in Neudrossenfeld sind unsere Produkte aus dem Kräutergarten (Tee, Likör, Öle, Essig uvm.) ein Verkaufsschlager. Darüber hinaus pflegt der Gartenbauverein Langenstadt/Buch am Sand das öffentliche Grün im gesamten Dorf und unterstützt damit großzügig die Gemeinde Neudrossenfeld, der andererseits wiederum für die wohlwollende finanzielle Hilfe gedankt wird.

Die Langenstädter und Bucher Gartenbauer und Ortsverschönerer verstehen aber nicht nur tüchtig zu arbeiten, sondern auch zu feiern. So wurden in den 80-ern die Sommernachtsfeste um den Bucher Dorfweiher herum bald zu einem Markenzeichen im ganzen Kulmbacher Land und sogar darüber hinaus. Die Lichterspiele und die beleuchteten Gondeln auf dem Wasser lockten Hunderte an und zogen sie in ihren Bann. Leider fand dieser schöne Brauch gegen Ende der 70er Jahren erloschen.

Bis heute beteiligt sich der Verein an den traditionellen Festen der Dorfgemeinschaft wie dem Dorffest und der Dorfweihnacht, führt Ausflüge und Lehrfahrten durch trifft sich zu manch feucht-fröhlichen Abenden.

Noch ein Blick in die Führungsspitze des Gartenbauvereins. Da die ersten Protokollbücher verloren gegangen sind, ist dieser allerdings rückblickend nur bis zum Jahre 1955 genau möglich. Damals war Michael Kirschner, der Vater des späteren Langenstädter Bürgermeisters Hans Kirschner, Vorsitzender des Gartenbauvereins. Im Jahr 1967 wurde er aus Altersgründen von Hans Schwarz abgelöst. Nach genau zehn Jahren bat Hans Schwarz die Mitglieder, ihn von seinem Amt zu entbinden. Zu seinem Nachfolger wurde Günther Juris gewählt, der dieses Amt bis 1982 ausübte. Dann setzten die Mitglieder erstmals in der Geschichte des Vereins eine Frau an die Spitze: Helga Schweizer, die allerdings schon vier Jahre später wegen ihres Wegzugs von Langenstadt den Verein vor ein Problem stellte.

Die Mitgliederversammlung 1986 brachte es trotz intensiver Bemühungen nicht fertig, einen neuen ersten Vorsitzenden zu wählen, so dass sich der stellvertretende Vorsitzende Konrad Hofmann bereit erklärte, den Verein kommissarisch zu führen. Erst 2 Jahre später erklärte sich Edith Preußinger bereit, den Vorsitz für 4 Jahre zu übernehmen. Ihre folgte Jürgen Hübner und weitere 4 Jahre später Marianne Hübner.

Frau Hübner steht dem Verein bis zum heutigen Tage vor.

Ansprechpartner

1. Vorsitzende:

Marianne Hübner
Langenstadt 8
95512 Neudrossenfeld
Tel: 09228 44 9

Führungen

Alle Interessierten aus Nah und Fern sind jederzeit herzlich eingeladen, unseren Kräutergarten zu besuchen. Terminvereinbarung bitte mit:

Bernhard Seubert
Langenstadt 33
Tel: 09228 97 13 76

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